Marcos Veröffentlichung auf www.ciao.de

Dieser Text stammt von Marco aus dem http://http://www.ciao.de/Sekten__Test_8616020

Als ehemaliges, langjähriges Mitglied kann ich der BGG in Stuttgart nur folgendes Urteil geben: FINGER WEG! Die BGG ist meiner Erfahrung nach ganz klar eine Psychosekte mit sehr, sehr perfiden Werkzeugen und sehr dubiosen Lehren. Der Pastor (und damit die Hauptfigur des Gemeindelebens), Herr Peter Wenz, ist ein hervorragender Redner, der sein Publikum mit seiner teils lustigen, teils energischen Art gut einfangen und faszinieren kann. Hinter den Predigten verbirgt sich aber oftmals erschreckendes Halbwissen, falsche Auslegung von Bibelstellen, um sie mit den Gemeindephilosophien in Einklang zu bringen, subtile und sehr perfide Drohungen gegen „Abtrünnige“ und „Sünder“, Sticheleien gegen Kritiker (die meist lächerlich gemacht werden) und ein bizarres Gemisch aus Wohlstandsevangelium („Gott will uns alles geben“), Spaßgesellschaft und mystischem Denken (Manifestationen des Heiligen Geistes, Wunderheilungen, Prophetien etc.)

In der Praxis und bei einem Blick hinter die Kulissen sieht die Sache aber sehr viel nüchterner aus. So leugnet Herr Peter Wenz bspw. den Medien gegenüber vehement und nachhaltig, daß es in der BGG und unter seiner Leitung jemals so bizarre Psycho-Events wie „Lachsalbungen“ (für Interessierte: „Torontosegen“ mal googeln) gegeben hat - dabei habe sogar ich zwei Predigtvideos, die das Gegenteil belegen und kann es auch aus eigener Erfahrung bestätigen. Weiterhin wird man als Mitglied in einen immer intensiveren Strudel hineingezogen, in dem einem einerseits blühende Verheißungen Göttlichen Wirkens versprochen werden, andereseits aber die Bedingung dafür an die Befolgung der Gemeindelehre geknüpft wird - niemals direkt und wörtlich sondern immer subtil und implizit. Das Schüren von Angst vor möglichen Angriffen des Teufels oder Göttlichen Strafen - ebenfalls wieder subtil und implizit - tut dann das Übrige. Letztlich wird man über die Zeit hinweg immer mehr indoktriniert, unselbständig und gefügig gemacht und des nüchternen, kritischen Denkens beraubt. Nähere Informationen aus vielen weiteren Quellen (also von vielen weiteren Betroffenen und ehemaligen Mitgliedern) kann hier gefunden werden: http://www.cleansed.de/bggkritisch.php

Wer Näheres von mir persönlich erfahren möchte, der kann mich auch direkt anmailen, ich stehe gerne Rede und Antwort: misterjinx77@googlemail.com Grüße, Marco

* Nachtrag 20. April 2010 * Angeregt durch den Kommentar von DarkShadowTB (vielen Dank!) möchte ich noch ein paar Worte äußern zu der Frage, wie ich es geschafft habe, den Absprung aus der BGG zu schaffen. Vielleicht hilft dies dem/der einen oder anderen, der/die sich in einer ähnlichen Situation befindet - zumindest wäre das meine Hoffnung.

Zunächst folgendes: das Verhältnis der BGG zu Kritik und kritischen Fragen ist - wie oben schon erwähnt - ein angespanntes. Je „höher“ in der Gemeindehierarchie man diese Kritik äußert, desto eher wird sie abgeblockt und abgelehnt, und desto eher wird man massiv unter Druck gesetzt, um diese Kritik wieder abzulegen. Je weiter „unten“ man hingegen ansetzt, also auf der Ebene der „normalen“ Gemeindemitglieder, Hauskreisleiter & Co., um so eher ist noch eine Bereitschaft da, über Themen, die einen bewegen, zu reden. Allerdings ist der Haupttenor dieser Gespräche leider sehr häufig, daß die Gemeinde im Recht ist und man selber irgendwie „verblendet“. Solche Gespräche enden nicht selten im Streit, in dem einem der Gesprächspartner vorwirft, man sei vom „rechten Weg abgekommen“ und müsse „Buße tun“ und „Gott gehorchen“ - was im Detail heißt, daß man seine Kritik der Gemeinde gegenüber fallen läßt. Ich persönlich bzw. ich und meine Familie hatten das Glück, daß wir damals doch ein paar wenige Menschen gefunden hatten, die unsere Sicht der Dinge - also unsere Bedenken und Einwände, unsere Kritik und Zweifel - geteilt hatten und sich nicht dazu bringen ließen, davon abzukehren. Diese Menschen sind übrigens alle in der Zwischenzeit aus der BGG ausgetreten. Das war eine sehr große Hilfe und hat uns gezeigt, daß wir mit unseren Ansichten nicht alleine sind. Das war die erste wichtige Begebenheit.

An zweiter Stelle stand die gründliche Prüfung all dessen, was in der BGG in Gottesdiensten im allgemeinen und von Peter Wenz und der Gemeindeleitung im speziellen gepredigt wurde. Fakt ist nämlich - und das ist durch Videos belegbar -, daß sich die BGG zwar „Biblische“ Glaubensgemeinde nennt und darauf pocht, daß sie sich wortwörtlich an die Heilige Schrift hält, dies aber nicht der Fall ist. Wer sich die Mühe macht mal eine Predigt von Peter Wenz in Ruhe zu studieren, die einzelnen Bibelstellen nachzuschlagen und die Aussagen auf ihren Wahrheitsgehalt und ihre Stimmigkeit mit dem gesamtchristlichen Kanon zu überprüfen, der wird schnell feststellen, wie groß teilweise die Abweichungen sind. In manchen Fällen wurden sogar - auch durch ein Video belegt - nicht existente Bibelstellen angeführt oder existierende völlig verfälscht wiedergegeben, nur um den Predigtinhalt (und damit die Gemeindephilosophie) zu belegen und zu unterstützen. Der dritte Punkt ist - so verrückt es vielleicht klingt - der Blick in das Innere von einem selbst! In seine eigene Seele! Organisationen wie die BGG bauen durch ihre Lehren (Wohlstandsevangelium und Versprechen von Zeichen, Wundern und Göttlichem Beistand auf der einen Seite und Teufels- und Dämonenglaube sowie Göttliche Strafen auf der anderen) einen enormen psychischen Druck auf, der sich bei den Menschen vielfältig äußert. Die einen bspw. verzweifeln an sich selbst, denn sie können die proklamierten „Erfolge“ nicht vorweisen und geben sich selbst die Schuld dafür - das wird ihnen auch durch die Gemeinde so suggeriert. Andere wiederum fangen schlicht und einfach damit an, sich „durchzuschwindeln“; sie geben vor, daß es bei ihnen auch „klappt“, obwohl es nicht den Tatsachen entspricht. Beide Behauptungen sind wohlgemerkt durch individuelle Zeugnisse verschiedener Menschen - mich und meine Familie eingeschlossen - belegbar. Wer also diesen Druck spürt, der hat „in sich selbst“ schon einen sehr klaren Beweis dafür, daß etwas nicht stimmt. Allerdings muß man den Mut aufbringen, auf diese innere Stimme zu hören und sich nicht durch die subtilen wie direkten Androhungen Göttlicher Strafen und teuflischer Attacken einschüchtern zu lassen.

Der vierte Punkt ergibt sich aus Nr. 3 und ist meiner Meinung nach der schwierigste: man muß gezielt daran arbeiten, die psychischen Abhängigkeiten, die zwischen einem selbst und der Gemeinde hergestellt wurden, aufzulösen. Die BGG arbeitet - das habe ich oben schon erwähnt - mit Angst; Angst vor potentiellen Strafen Gottes auf die eigene „Ungehorsamkeit“, zum Beispiel schwere Krankheiten, Tod, … etc.; Angst vor teuflischen Angriffen (mit denselben und noch schlimmeren Folgen) durch den fehlenden „Schutz“ durch Gott und (natürlich) die Gemeinde. Diese Bindungen aus dem Kopf zu bekommen, die Angst abzulegen und einfach den Schritt in das „Kontra“ zu wagen, ist der härteste, gleichzeitig aber auch der wichtigste Schritt. Fünftens und letztens hat uns damals auch enorm geholfen, die BGG richtig einzuschätzen und zu beurteilen, daß wir sowohl aus eigenen Erfahrungen und Erlebnissen heraus als auch durch Information von anderen die vielen Widersprüche und Fehler, Ungereimtheiten und Falschaussagen der Institution gesammelt und auch mit anderen Betroffenen ausgetauscht haben - beispielsweise vermeintliche „Heilungswunder“, die zwar öffentlich bekanntgemacht und gefeiert, aber nie zurückgenommen wurden, als sich die „Heilung“ als Irrtum herausgestellt hat. Oder aber die oben schon erwähnte immerwährende Lächerlichmachung von Kritikern. Oder die ebenfalls schon erwähnte Leugnung von Lehren oder Praktiken, die früher in der BGG Usus waren, doch jetzt nicht mehr ins Konzept paßten. Überhaupt wurde in der BGG mit beweisbaren Fakten (das Wörtchen „Wahrheit“ lasse ich hier mal absichtlich weg) recht „flexibel“ umgegangen. So gab es - beweisbar durch Zeugen - um das Jahr 1993 herum eine Besucherzählung, durchgeführt auf Anweisung durch die Gemeindeleitung und durchgeführt durch die Saalordner. Der Grund: man hatte zwar in der Vergangenheit immer wieder proklamiert, daß jeden Sonntag (Zitat) „2.000 Besucher“ anwesend seien, diese Aussage war aber frei erfunden - oder bestenfalls geschätzt. Die Zählung, die ohne öffentliche, breite Ankündigung, quasi „insgeheim“ durchgeführt worden war, erbrachte nicht einmal die Hälfte der vermeintlichen 2.000 Besucher. Aus diesem Grund wurde im Anschluß die tatsächliche Zahl wieder verworfen und weiterhin behauptet, es seien jeden Sonntag 2.000 Besucher da. An so deutlichen Dingen kann man bei aller Indoktrination und Manipulation als rationell denkender Mensch nicht vorbeikommen.

Diese 5 Punkte haben letztendlich dazu geführt, daß ich und meine Familie die BGG verlassen haben.

* Nachtrag (2): 15. November 2010 * Zwischenzeitlich hat auch die BGG u.a. von dieser kritischen Veröffentlichung von mir erfahren und mir dazu ein paar sehr aufschlußreiche Zeilen per Mail geschickt. Kurz gesagt ist der Inhalt:

a) Nach Recherchen wüßten sie jetzt, „wer ich bin“.
b) Auf die aufgelisteten Vorwürfe gehen sie überhaupt nicht ein sondern unterstellen mir stattdessen faszinierenderweise, daß mein Motiv hinter all dem wäre, die „Trennung meiner Eltern“ und das damit einhergehende „Trauma“ zu verarbeiten, indem ich sie in der Öffentlichkeit schlecht mache.
c) Sie würden alle meine Mails und Veröffentlichungen - auch zukünftige - „zu Beweiszwecken heranziehen“, falls meine „negativen Äußerungen“ in der Öffentlichkeit nicht „aufhören“ (wörtlich: aufhören!).

Die Bewertung einer solchen Mail mit einem solchen Text überlasse ich einfach mal jedem selbst.


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